23.6.15 | 19.15 | Uni Essen | Raum V13 S00 D50

Psychischer und politischer Autoritarismus


Mit „Autoritarismus“ wird ein Muster von Einstellungen und Verhaltensweisen bezeichnet, das der Durchsetzung und Stabilisierung von Herrschaft dient. Unterlegene deuten so ihre Abhängigkeit als Aufwertung um. Die Theorie des Autoritarismus geht wesentlich auf die Forschungsprojekte des Instituts für Sozialforschung während der 1930er und 40er Jahre zurück. Heute ist sie, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, im Schnittfeld von Ideengeschichte, Politikwissenschaft, Ökonomie, Soziologie, Pädagogik, Individual- und Sozialpsychologie situiert.

Die Fragestellungen, denen im Vortrag nachgegangen werden soll, sind: In welchem Verhältnis stehen Theorien des Autoritarismus, die diesen auf Charakterstrukturen zurückführen, zu solchen, die ihn aus der sozialen Umwelt zu erklären suchen, in der sich die Individuen jeweils befinden? Welcher Zusammenhang besteht zwischen psychischem und politischem Autoritarismus? Und welche Aktualität hat die von Fromm, Adorno und anderen entworfene Theorie des autoritären Charakters?


Vortrag mit Gunzelin Schmid Noerr